Geschäftsbericht
2025
Stabilität schaffen. Zukunft gestalten.
Stabilität schaffen. Zukunft gestalten.

Für das Spital Uster war 2025 ein Jahr der Festigung und Weiterentwicklung. Vieles, was wir in den vergangenen Jahren angestossen haben, zeigt heute Wirkung. Ein zentraler Meilenstein war die Bestätigung der Leistungsaufträge durch den Kanton ohne Auflagen. Dieser Entscheid schafft eine verlässliche Basis für unsere weitere Entwicklung und ist gleichzeitig ein klares Zeichen des Vertrauens gegenüber unseren Mitarbeitenden, unseren Aktionärsgemeinden und unseren Partnern. Auch finanziell konnten wir uns weiter stabilisieren und erneut einen Gewinn erzielen. Grundlage dafür sind klare Prioritäten, Fokussierung und ein gezieltes Kapazitätsmanagement. Dieses Ergebnis freut uns. Gleichzeitig wissen wir, dass Stabilität kein Selbstläufer ist und weiterhin Aufmerksamkeit erfordert.
Menschen und Zusammenarbeit
Auch unsere interne Zusammenarbeit hat sich weiter gefestigt. Die seit Herbst 2024 neu zusammengesetzte Geschäftsleitung ist zu einem eingespielten Team zusammengewachsen und prägt eine Unternehmenskultur der Wertschätzung und des Miteinanders. Viele Mitarbeitende bringen sich aktiv ein und identifizieren sich mit dem Spital. Eine Stärke, die unseren Alltag spürbar trägt und durch die neu eingeführte Mitarbeitenden-App «my SPU» weiter ausgebaut wird. Sie vereinfacht den Austausch, schafft schnellen Zugang zu Informationen und fördert das gemeinsame Verständnis. Besonders gefreut hat uns die Auszeichnung mit dem Qualitätssiegel des Swiss Arbeitgeber Awards.
Als der drittgrösste Ausbildner im Kanton investieren wir ausserdem bewusst in die nächste Generation von Fach- und Führungskräften und ermöglichen eine enge Begleitung durch erfahrene Fachpersonen. 2025 feierten wir 10 Jahre Erfahrung mit unserem Operationsroboter Da Vinci. Das Spital Uster war eines der ersten Regionalspitäler, welches eine Doppelkonsole einführte, um junge Chirurginnen und Chirurgen gezielt auszubilden. Ein Ansatz, der bis heute Wirkung zeigt, wie die erneut sehr erfreuliche Bewertung unserer ärztlichen Weiterbildung bestätigt. Gleichzeitig treiben wir die Entwicklung der Robotik im Operationssaal weiter voran: In der Orthopädie haben wir im vergangenen Jahr den Velys Operationsroboter in Betrieb genommen und ermöglichen damit noch präzisere Knieprothesen für zufriedene Patientinnen und Patienten. Und bei einem Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkarzinom konnte eine zentrale Bronchialobstruktion durch einen Stent erfolgreich behandelt werden – ein wichtiger Fortschritt für unsere pneumologische Intervention und ein Gewinn an Lebensqualität für unsere Patientinnen und Patienten.
Gezielte Kooperationen
Die Zusammenarbeit mit unseren Partnern bleibt ein zentraler Erfolgsfaktor. Als Regionalspital mit Fokus auf erweiterte Grund- und Notfallversorgung sowie ausgewählten Spezialgebieten ist unsere Weiterentwicklung nur in einer soliden und tragfähigen Vernetzung möglich. Dabei setzen wir bewusst auf eine enge vertikale Vernetzung entlang der Versorgungskette und bauen diese gezielt aus. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels gewinnt insbesondere die Zusammenarbeit mit den Heimen Uster und IMWIL Dübendorf weiter an Bedeutung. Sie ermöglicht eine abgestimmte Versorgung und stärkt die Kontinuität für unsere Patientinnen und Patienten.
Weitere Beispiele für erfolgreiche Kooperationen finden sich in der Gynäkologie und Geburtshilfe: Zum einen in der Gründung der Frauenklinik Züri Ost gemeinsam mit dem Spital Männedorf, mit der wir unsere Kompetenzen bündeln und unser Angebot gezielt stärken. Zum anderen positionieren wir uns mit «Geburt 3000» bewusst in einer eigenen Nische – mit einer persönlichen hebammengeleiteten Geburtserfahrung im Geburtspavillon als Alternative zum Spital. So erweitern wir die Wahlfreiheit der Frauen und stärken gleichzeitig den Geburtsstandort Uster.
Digitalisierung und Arealstrategie
Die Digitalisierung treiben wir gezielt voran und machen sie im Alltag konkret erlebbar. 2025 haben wir mit dem Patientenportal einen wichtigen Schritt gemacht: Patientinnen und Patienten erhalten einen einfachen und sicheren Zugang zu ihren wichtigsten Informationen – von der Terminverwaltung bis zur Einsicht in medizinische Unterlagen. Damit schaffen wir mehr Transparenz und begleiten sie enger entlang ihres Behandlungswegs. Ein weiteres Erfolgsprojekt starteten wir in der Spitalküche. Mit einem KI-gestützten System zur Reduktion von Lebensmittelabfällen optimieren wir Prozesse und leisten gleichzeitig einen aktiven Beitrag zur Nachhaltigkeit.
Die digitalen Entwicklungen sind Teil unserer strategischen Weiterentwicklung. Gleichzeitig haben wir uns intensiv mit unserer Arealstrategie auseinandergesetzt. Die bauliche Entwicklung trägt dem demografischen Wandel, dem regionalen Bevölkerungswachstum und der zunehmenden ambulanten Behandlungen Rechnung. Im Zentrum stehen dabei ein ambulanter Operationssaal, eine neue Notfallstation sowie der Ausbau der Akutgeriatrie. Wir stärken damit unsere Rolle als zentrale Gesundheitsdrehscheibe in der Region und schaffen die Voraussetzungen für eine zukunftsfähige Versorgung.
Wir danken unseren engagierten Mitarbeitenden, die täglich Grossartiges leisten, und allen, die dazu beitragen, dass sich das Spital Uster weiterentwickeln kann.
Dr. med. Sacha Geier, Verwaltungsratspräsidentin
Martin Werthmüller, CEO
Finanzen
2025 bleibt das Spital Uster auf Erfolgskurs: Mit einem Gewinn von über CHF 4,2 Mio. und einem EBITDA von knapp CHF 11 Mio. bleibt die operative Leistung stark. Die erfüllten kantonalen Auflagen sowie die Bestätigung aller Leistungsaufträge markieren einen wichtigen Meilenstein. Gleichzeitig stärkt die erneute Rückführung von Fremdkapital und eine Eigenkapitalquote von 54,9 Prozent die finanzielle Substanz.
Zur JahresrechnungStatistiken
Werfen Sie einen Blick in unsere Patientenstatistiken – erfahren Sie, wie viele Menschen wir aus welchen Gründen und wie lange begleiten. Neugierig, wer hinter den Kulissen wirkt? Unsere Personaldaten geben spannende Einblicke in unser Team.
Zu den ZahlenHöhepunkte
2025 war für das Spital Uster ein Jahr der Vernetzung und Weiterentwicklung. Mit der Frauenklinik Züri Ost, innovativen Behandlungsmethoden, starken Kooperationen in der integrierten Versorgung und neuen digitalen Angeboten zeigt sich das Spital als moderner Gesundheitsversorger mit Weitblick.
Zu den Höhepunkten10 Jahre da Vinci am Spital Uster.
Geschichten
In der Krebsmedizin ist Zeit ein entscheidender Faktor
In der Krebsmedizin ist Zeit ein entscheidender Faktor

Wie hast du die ersten Monate als Chefarzt am Spital Uster erlebt?
Herausfordernd! Mit dem Wechsel in der Onkologie hat sich auch das Team stark verändert. Ein grosser Teil der bisherigen Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeitenden ist weitergezogen. Entsprechend stand zunächst viel Aufbauarbeit an: Team neu aufstellen, Prozesse überarbeiten und die Sprechstunde wieder aufbauen. Im Weiteren wollen wir auch die dritte ärztliche Leitungsposition besetzen.
Was war in dieser Aufbauphase besonders wichtig?
Der enge Austausch mit den Hausärztinnen und Hausärzten in der Region. Ich habe viele persönliche Gespräche geführt, weil eine gute Zusammenarbeit unglaublich wichtig ist. Die Zuweisenden sollen wissen, dass sie uns jederzeit unkompliziert erreichen können. Diese Nähe und das Vertrauen sind die Grundlage für eine gute Versorgung unserer Patientinnen und Patienten.
Du hast auch einige ganz praktische Veränderungen angestossen. Welche sind das?
Wir haben verschiedene Prozesse modernisiert. Dazu gehört etwa ein Programm für die Verordnung von Chemotherapien, das Dosierungen berechnet und damit Effizienz und Sicherheit erhöht. Auch in der Pflege haben wir Verbesserungen umgesetzt: Zum Beispiel bei den Schlauchsystemen für die Chemotherapie-Zubereitung, die nun geschlossen sind und damit mehr Hygienesicherheit und Arbeitsschutz gewährleisten, oder bei der Ausstattung der Behandlungsplätze, die nun komfortabler sind. Gleichzeitig arbeiten wir gemeinsam mit den angrenzenden Abteilungen daran, die ambulanten Angebote besser zu koordinieren. So können wir Abläufe vereinfachen, Synergien nutzen und die Pflege von Bürokratie entlasten, so dass sie mehr Zeit für die Patientinnen und Patienten zur Verfügung hat. Und schliesslich haben wir ein virtuelles Tumorboard aufgebaut, bei dem sich externe Ärztinnen und Ärzte zuschalten können. Durch die niederschwellige Zusammenarbeit bündeln wir unser Fachwissen und erhöhen damit unsere Qualität.

Dr. med. Michael Ruschel und Dr. med. Axel Mischo: Das ärztliche Leitungsteam der Onkologie am Spital Uster.
Welche Rolle spielt die Onkologie innerhalb des Spitals?
Die Onkologie ist ein typisches Querschnittsfach. Wir arbeiten mit sehr vielen Disziplinen zusammen – von der Diagnostik über die chirurgischen Fächer bis hin zur Palliativmedizin. Dadurch sind wir eine der am meisten vernetzten Abteilungen im Spital und der Ankerpunkt der gesamten Tumormedizin. Gleichzeitig begleiten wir Patientinnen und Patienten oft über mehrere Jahre. Dadurch entsteht eine enge Beziehung.
Welche Vorteile bietet dabei ein Regionalspital wie Uster?
Die kurzen Wege und die daraus entstehende vielfältige Vernetzung. Nehmen wir das Beispiel einer Patientin mit Lungenkrebs: Wenn der Pneumologe mit ihr die Diagnose bespricht, kann ich spontan beim Gespräch mit dabei sein. So lernt die Patientin den Onkologen frühestmöglich kennen. Umgekehrt kann ich jederzeit einen Pneumologen hinzuziehen, wenn ich eine lungenfachärztliche Einschätzung brauche. Oder ich kann rasch in der Radiologie anrufen und besprechen, wie wir eine Computertomografie-gestützte Punktion genau in Angriff nehmen wollen. Dies gilt aber genauso für alle anderen Arten von Tumoren. Diese unmittelbare und gelebte Interdisziplinarität kommt Patientinnen und Patienten direkt zugute und kann in dieser Art nur von mittelgrossen Spitälern wie Uster geleistet werden.
Du betonst oft den Faktor Zeit in der Krebsmedizin. Warum ist dieser so wichtig?
Bei vielen Tumorerkrankungen ist es entscheidend, dass Diagnostik und Therapie rasch aufeinander folgen. Knüpfen wir an das Beispiel von vorhin an: Die Patientin mit metastasiertem Lungenkrebs erhielt nach der Bronchoskopie noch am gleichen Tag die nötigen Bildgebungen und schon am Folgetag konnten wir die weitere Diagnostik abschliessen und innert Wochenfrist mit der Therapie starten. Dieses Tempo ist in einem mittelgrossen Spital wie Uster viel einfacher zu erreichen als in sehr grossen Strukturen. Dazu kommt, dass alle Fachbereiche darauf bedacht sind, effizient und flexibel zu arbeiten. Die Menschen hier sind motiviert, die Extrameile für unsere Patientinnen und Patienten zu gehen. So bieten wir eine professionelle, schnelle und effiziente Medizin.

Im Mittelpunkt steht der Mensch: Persönliche Beratung als tragende Säule in der Onkologie.
Neben der medizinischen Behandlung spielt auch die psychische Belastung der Patientinnen und Patienten eine Rolle. Welche Bedeutung hat die Psycho-Onkologie?
Eine Krebserkrankung betrifft nicht nur den Körper, sondern auch die Psyche. Deshalb erweitern wir die psycho-onkologische Betreuung. Gemeinsam mit der Clienia wurde eine entsprechende Sprechstunde aufgebaut. Viele Patientinnen und Patienten merken zunächst gar nicht, wie stark sie belastet sind. Deshalb arbeiten wir mit dem sogenannten Distress-Thermometer, mit dem die Betroffenen ihre Belastung einschätzen können. Wenn sich daraus ein Bedarf ergibt, vermitteln wir gezielt Unterstützung. Gespräche und Begleitung sind in der Onkologie essentiell.
Einige Tumorbehandlungen erfolgen in Zusammenarbeit mit Zentrumsspitälern. Wie funktioniert dieses Zusammenspiel?
Gewisse hochspezialisierte Operationen werden an Zentrumsspitälern durchgeführt, während andere Teile der Behandlung wie die Chemotherapie oder die Nachbetreuung wohnortsnah stattfinden. Ob im Haus oder mit externen Partnern: Wichtig ist, dass der gesamte Behandlungspfad nahtlos organisiert ist. Diese Koordinationsaufgabe liegt in unserer Verantwortung. So können wir für jede Patientin und jeden Patienten die bestmögliche Therapie bieten.
Du engagierst dich auch für eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Regionalspitälern. Weshalb ist dir das wichtig?
Ich bin überzeugt, dass Kooperationen künftig noch wichtiger werden. Regionalspitäler können viel voneinander lernen und sich gegenseitig unterstützen – etwa durch gemeinsame Tumorboards, klare Schwerpunkte oder Unterstützung bei personellen Engpässen. Solche Netzwerke stärken die Versorgung in der Region und kommen letztlich den Patientinnen und Patienten zugute. Genau das motiviert mich: Strukturen aktiv weiterzuentwickeln und die Tumormedizin in der Region zu stärken.
Interview: Rebecca Blatter
Bildungszonen stärken die Ausbildung
Bildungszonen stärken die Ausbildung

Jennifer Strommer ist Hauptverantwortliche Berufsbildnerin und begleitet Lernende und Studierende in ihrer Ausbildung.
Bildungszonen sind speziell geplante Lerninseln innerhalb des Stationsalltags, in denen Lernende und Studierende in definierten Zonen Eigenverantwortung für Patientinnen und Patienten übernehmen und dabei gezielt begleitet werden. Das Spital Uster hat dieses Ausbildungsformat zunächst als Pilotprojekt eingeführt und inzwischen auf weitere Abteilungen ausgeweitet – unter anderem auf die Akutgeriatrie. Dort begleitet die Hauptverantwortliche Berufsbildnerin Jennifer Strommer das Konzept im Alltag. In den Bildungszonen arbeiten Lernende und Studierende aus drei Ausbildungsstufen zusammen – vom Einstieg bis kurz vor dem Abschluss. Die Berufsbildnerin begleitet das Geschehen im Hintergrund als Coach und betreut in dieser Zeit bewusst keine eigenen Patientinnen oder Patienten. «So stehe ich für Fragen und Lernsituationen jederzeit zur Verfügung», erklärt sie.
Verantwortung als Lernmotor
Die Bildungszonen finden etwa einmal pro Woche im Frühdienst statt – dann, wenn im Pflegeprozess besonders viele Lernsituationen entstehen. Entsprechend ihrem Wissensstand übernehmen die Lernenden Verantwortung für unterschiedlich viele Patientinnen und Patienten. Während im normalen Stationsalltag Aufgaben häufig nach Funktionen verteilt sind, übernehmen Auszubildende in den Bildungszonen möglichst viele Pflegeschritte eigenständig – von der Körperpflege über Vitalzeichenkontrollen bis hin zu weiteren Aufgaben innerhalb ihres Kompetenzbereichs. Unterstützung holen sie sich dort, wo sie nötig ist. Zu Beginn jeder Bildungszone setzen sich die Lernenden zudem ein persönliches Tagesziel. «Lernsituationen wie eine Blutentnahme oder einen Verbandswechsel können wir dann bewusst einplanen», sagt Jennifer Strommer. «So können die Lernenden gezielt an ihren Kompetenzen arbeiten.»

Unterstützung holen sich die Auszubildenden dort, wo sie nötig ist.
Coaching statt Doppelrolle
Im normalen Dienst tragen Berufsbildnerinnen häufig eine Doppelrolle: Sie betreuen Patientinnen und Patienten und begleiten gleichzeitig Lernende. Für gezielte Ausbildungssequenzen bleibt dabei oft wenig Zeit. Die Bildungszonen schaffen dafür bewusst Freiraum. «Manchmal bedeutet Coaching auch, die Hände in die Hosentaschen zu stecken und einfach zuzusehen», beschreibt Jennifer Strommer ihre Rolle. Auch wenn ein Ablauf dadurch einmal weniger effizient ist, lernen die Auszubildenden unmittelbar, wie sie ihre Planung und Zusammenarbeit verbessern können. Verantwortung wird nicht abgenommen – sie wird bewusst zurückgegeben.
Besonders geschätzt wird das Format von den Lernenden und den Studierenden selbst. Sie erleben die Bildungszonen als Raum, in dem sie ihr Wissen weitergeben und voneinander profitieren können. «Die HF-Studierenden sind altersmässig näher bei uns und haben ihre eigene Ausbildung noch präsent – dadurch verstehen sie unsere Situation besonders gut», beschreibt der FaGe-Lernende Angelos Bridge den Austausch. Fragen können direkt im Team geklärt werden, und bei Unsicherheiten kann die Berufsbildnerin jederzeit unterstützen. Schritt für Schritt gewinnen die Lernenden so an Selbstständigkeit und Sicherheit im Pflegealltag.
Beitrag: Sarah Buob
Eine Kultur, die verbindet
Eine Kultur, die verbindet

Das Spital Uster wurde erstmals mit dem Qualitätsgütesiegel des Swiss Arbeitgeber Awards ausgezeichnet. Was bedeutet diese Anerkennung für das Spital Uster?
Die Auszeichnung freut uns sehr, weil sie direkt auf den Rückmeldungen unserer Mitarbeitenden basiert. Genau das macht sie wertvoll. Sie zeigt, dass viele Menschen gerne bei uns arbeiten und sich mit dem Spital verbunden fühlen.
Die Auszeichnung basiert auf der Mitarbeitendenbefragung. Wie ist sie entstanden?
Die Befragung war ein Ziel der Geschäftsleitung für das Jahr 2025. Gemeinsam mit unserem CEO habe ich das Projekt vorangetrieben. Wichtig war uns eine unabhängige Durchführung – deshalb haben wir mit dem externen Unternehmen icommit zusammengearbeitet. Die Umfrage war anonymisiert und standardisiert aufgebaut, damit wir unsere Ergebnisse auch mit anderen Organisationen vergleichen können.
Und wie fällt der Vergleich aus?
Im Vergleich mit ähnlichen Unternehmen schneiden wir gut ab. Das ist positiv. Die Ergebnisse zeigen uns klar, wo unsere Stärken liegen und wo wir noch besser werden können. Jetzt gilt es, am Positiven festzuhalten und Negatives aufzuarbeiten. Besonders wichtig ist uns, die Führungskultur weiter zu stärken und die Zusammenarbeit zwischen den Bereichen zu fördern. Gleichzeitig wollen wir Rahmenbedingungen schaffen, die unseren Mitarbeitenden den Arbeitsalltag erleichtern – sei es durch gute Entwicklungsmöglichkeiten, durch Austausch oder ein unterstützendes Arbeitsumfeld.
Welche Bedeutung hat dieses Ergebnis für dich persönlich?
Für mich ist das Resultat weit mehr als eine schöne Zahl in einer Auswertung. Wenn man die letzten Jahre betrachtet, gewinnt es zusätzlich an Gewicht. Wir haben fünf anspruchsvolle Jahre hinter uns – mit der Pandemie, einer gescheiterten Spitalfusion, den Herausforderungen rund um die Finanzierung und die Aktienkapitalerhöhung. Dass unsere Mitarbeitenden nach dieser Zeit eine hohe Zufriedenheit und ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl zeigen, ist alles andere als selbstverständlich. Es zeigt, wie stabil und tragfähig unsere Kultur im Haus ist.
Was zeichnet diese Kultur im Alltag besonders aus?
Bei uns kennt man sich. Diese Nähe prägt das Arbeitsklima spürbar. Man kommt miteinander ins Gespräch und unterstützt sich gegenseitig. Das Miteinander wird bewusst gepflegt – etwa durch gemeinsame spitalübergreifende Anlässe wie der Spital Uster Tag oder das Fest für Mitarbeitende. Ein grosser Teil dieser Verbundenheit entsteht auch innerhalb der einzelnen Teams.
Kannst du ein Beispiel nennen?
Neben einer klaren Führungsstruktur und der Wertschätzung der Mitarbeitenden spielen Rituale eine wichtige Rolle. Sie schaffen Nähe, stärken den Zusammenhalt und wirken über die Teams hinaus. In der Küche gibt es zum Beispiel jedes Jahr vor Weihnachten das sogenannte Schrottwichteln – ein Anlass, der beim Personal sehr beliebt ist. Dabei wird zusammen gelacht, man stösst auf das Erreichte an und feiert das Jahr. Andere Abteilungen organisieren ähnliche Treffen.
Welche Bedeutung hat die gute Unternehmenskultur für die Patientinnen und Patienten?
Eine starke Zusammenarbeit hebt die Qualität der Versorgung spürbar an. Wo Teams sich gegenseitig unterstützen, Verantwortung teilen und auf Vertrauen bauen, entsteht ein Umfeld, in dem Patientinnen und Patienten bestmöglich profitieren.
Was hat dich bei der Umfrage überrascht?
Ich hatte bei der Umfrage angeregt, ein offenes Feld für persönliche Rückmeldungen einzubauen. Dass dieses Feld intensiv genutzt würde, hätte ich nicht erwartet: Mehr als jede vierte Person hat einen Kommentar hinterlassen. So sind insgesamt rund 180 Rückmeldungen zusammengekommen. Unser CEO Martin Werthmüller und ich haben jede einzelne davon persönlich gelesen.
Eine Mitarbeitendenbefragung verpflichtet. Was passiert mit den Ergebnissen?
Wer nach Feedback fragt, muss auch bereit sein, daraus Konsequenzen zu ziehen. Die Ergebnisse helfen uns, gezielte Verbesserungsmassnahmen zu definieren. Die einzelnen Abteilungen arbeiten mit klaren Zielen daran, Themen weiterzuentwickeln. Einige Themen werden in den einzelnen Bereichen unterschiedlich beurteilt, weil die Bedürfnisse je nach Fachbereich variieren. Es allen gleichermassen recht zu machen, ist nicht immer möglich.
Das Spital Uster ist der grösste Arbeitgeber der Stadt. Welche Rolle spielt diese Verankerung in der Region?
Eine sehr grosse. Unsere Arbeitsgruppe «Gesundes Personal» organisiert regelmässig Aktivitäten, die unsere Mitarbeitenden mit der Region verbinden. Dazu gehören beispielsweise Besichtigungen im Schloss Uster, Feierabendwanderungen in der Umgebung oder Besuche des lokalen Gewerbes. Solche Angebote stärken nicht nur die Gemeinschaft, sondern auch die Verbundenheit mit unserer Stadt.
Wie geht es nach dieser ersten Befragung weiter?
Die Zufriedenheit unserer Mitarbeitenden wollen wir künftig regelmässig messen. Weitere Befragungen werden folgen, damit wir sehen, wie sich die Stimmung entwickelt und ob unsere Massnahmen Wirkung zeigen. Langfristig soll die Mitarbeitendenzufriedenheit zu einer festen Führungskennzahl werden – denn sie ist ein zentraler Faktor für die Qualität unserer Arbeit und für den Erfolg unseres Spitals.
Ein Auszug an Jubilarinnen im 2025
Interview: Sarah Buob